Das Museum im Landrichterhaus bietet am Sonntag den 27. Oktober um 16.00 Uhr eine Lesung mit Werner Menke zum Thema:

Vom Lein zum Linnen – die Spiegelung der Flachsverarbeitung in der Dichtung

Der Anbau von Flachs und dessen häusliche Verarbeitung zu Leinengewebe haben die ländliche Kultur in Europa über Jahrhunderte geprägt. Zahlreiche Spuren zeigen sich auch in literarischen Zeugnissen.

So ist die Zahl der Dichtungen kaum zu erfassen, die allein um das Sujet ‚Spinnrad‘ bzw. Spinnen kreisen. Die Szene ‚Gretchen am Spinnrad‘ etwa gehört zu den eindrucksvollsten Passagen von Goethes Schauspiel‚ Faust I‘ und Clemens Brentanos Gedicht ‚Der Spinnerin Nachtlied` ist wohl einer der meistzitierten lyrischen Texte der deutschen Romantik.

Heute kaum noch bekannt, ist dagegen das Gedicht ‚Beim Flachsbrechen‘ des gebürtigen Mecklenburgers Johann Heinrich Voß, das aber besonders geeignet erscheint, die weitgehend vergessenen Schritte der historischen Flachsverarbeitung dem modernen Publikum vor Augen zu führen.

Bei einer Teestunde sollen diese und weitere Gedichte zum Thema Flachs und Lein in den Räumen des Landrichterhaus in Neustadtgödens vorgetragen und kurz erläutert und damit auch neue Blicke auf die Ausstellung „Leinenlos – 475 Jahre Hafen, Leinenweberei und religiöse Vielfalt in Neustadtgödens“, eröffnet werden. Eintritt frei.

Bild:

Spinnstube. Quelle: Landrichterhaus Neustadtgödens